Klärwerk II Gut Marienhof wird aufwendig saniert

Im Klärwerk Gut Marienhof stehen umfangreiche Um- und Neubauten im Bereich der Energieanlagen an, da die Anlagentechnik bereits über 25 Jahre alt ist.

Im Sommer 1989 ging das zweite Münchner Klärwerk nach fünf Jahren Bauzeit in Betrieb. Auch heute gehört das Klärwerk zu den modernsten Europas, der hohe technische Standard wurde durch ständige Neuinvestitionen auf dem aktuellen Stand gehalten.

Ziel der aktuellen Maßnahme ist die nachhaltige Versorgung des Klärwerks Gut Marienhof im Echinger Ortsteil Dietersheim mit Energie durch die Anpassung der maschinen- und elektrotechnischen Ausrüstung an den aktuellen Stand der Technik unter Berücksichtigung von brandschutz- und betriebssicherheitstechnischen Belangen.

Neben den Diesel-Klärgas-Motoren (DKM) und den direkt betriebenen Turboverdichtern sowie den elektrisch betriebenen Turboverdichtern befinden sich im Maschinenhaus auch die elektrischen Schaltanlagen sämtlicher Spannungsebenen, die die im Maschinenhaus befindlichen Aggregate und die Infrastruktur der ersten und zweiten biologischen Stufe versorgen. Da DKMs einer hohen thermischen Belastung ausgesetzt sind, ist eine langfristige Betriebssicherheit im bestehenden Maschinenhaus unter den extrem beengten Platzverhältnissen nicht gegeben. Zudem besteht das Maschinenhaus nur aus einem Brandabschnitt, so dass die elektro- und maschinentechnischen Anlagen brandschutztechnisch nicht getrennt sind und somit ein brandschutztechnisch redundanter Aufbau zurzeit nicht vorhanden ist.

Die Umsetzung der Maßnahme beinhaltet die Erneuerung der Motorenanlage in einer neu zu erbauenden Energiezentrale sowie die Neuordnung der Schaltanlagen und Turboverdichter im bestehenden Maschinenhaus.

Die Neuordnung der Energieanlagen wird mit einem Neubau für die Motorentechnik realisiert. Mit der Ausgliederung der Motorentechnik wird die Aufrechterhaltung des laufenden Betriebes ermöglicht. Somit kann die Klärgasverwertung unabhängig vom Bestand in einem neuen Gebäude aufgebaut werden (Phase 1). Nachdem die Klärgasverwertung und somit die Energieerzeugung von dem neuen Gebäude aus stattfindet, kann im bestehenden Maschinenhaus rückgebaut werden (Phase 2). Die nicht weiter verwendeten DKMs samt Peripherie können abgebaut werden, wodurch Platz für eine Neuordnung im Maschinenhaus entsteht. Durch den freiwerdenden Platz für neue Schaltanlagen können die neuen Turboverdichter mit neuen Schalanlagen redundant aufgebaut werden.

DU Diederichs steuert diese hochkomplexe Maßnahme. Der Fokus liegt hier auf den der permanenten Aufrechterhaltung eines gesicherten Klärwerksbetriebs sowie dementsprechend detaillierten Abstimmungsprozessen zur Planung und Ausführung.